11 Tipps – für einen zuverlässigen Rückruf – oder wie Sie Ihren Hund zukünftig wieder am Gesicht statt am Popo identifizieren – Teil 2

1. Die Schleppleine sicher & zuverlässig

Hier gilt das Zitat des Hundeexperten und Wolfsforschers Günther Bloch: “1 Jahr Schleppleine, zehn Jahre einen zuverlässigen Hund.” Recht hat er. Mit der Schleppleine wird ein zuverlässiger Rückruf am besten von Anfang an trainiert, weil der Hund so lernt, dass sein Halter ihn immer wie von Zauberhand zurückholen kann. Die Schleppleine eignet sich auch sehr gut für ein Anti-Jagd-Training. Bevor der Hundehalter seinem Hund magische Kräfte suggeriert, gilt es drei grundsätzliche Dinge im Gebrauch mit der Schleppleine zu beachten:
Mit der Schleppleine wird immer am Geschirr gearbeitet, nicht am Halsband und unter gar keinen Umständen am Kopfhalfter. Hier besteht hohe Verletzungsgefahr für den Hund!
Die Schleppleine sollte am Halterende glatt abgeschnitten sein und keine Schlaufe haben. (wenn sie am Boden schleift, kann sie sich irgendwo verhaken und den Hund zurückreißen)
Für den Halter empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen, sonst erhöht sich die Verletzungsgefahr für den Halter, wenn ihm die Leine durch die Hände rutscht.
Für ein gut strukturiertes Schleppleinentraining möchte ich an dieser Stelle auf das Buch “Mit 10 Metern zum Erfolg: Schleppleinentraining – so geht’s” von Monika Gutmann verweisen, welches im Cadmos Verlag erschienen ist verweisen.

2. Handsignal – Mensch mach dich groß

Im Hundetraining gibt es für Übungen meistens ein körpersprachliches (Sichtsignal) und ein verbales Signal (Wort). Als Sichtsignale für den Rückruf werden of folgend Zeichen verwandt: der Halter klopft sich mit der Hand auf den Brustkorb, er streckt den Arm zur Seite / nach oben oder winkt mit einem Arm. Als verbale Signal kommen in der Regel die Worte: “Hier!” & “Komm!” zum Einsatz. Gerne auch (gebrüllt) Hundename. Hundename was?! 😉

Klar ist sicher die konsequente Verwendung von genau einem körpersprachlichem und / oder einem verbalen Signal.

Extra Tipp für das körpersprachliche Signal: Wer seinen Hund aus großen Distanzen zurückrufen möchte, sollte ein “großes” körpersprachliches Signal benutzen, welches der Hund zum Beispiel auf dem freien Feld, in 100 Meter Entfernung bei Gegenwindstärke 5 leicht erkennen kann. Der Bewegungsseher Hund erkennt ein bewegtes Signal besser.

via GIPHY

(Quelle: taebelly.tumblr.com)

3. Achte auf mich – das unsichtbare Band

Wer seinen Hund lehrt an unsichtbarer Leine zu gehen, hat es leichter mit einem zuverlässigen Rückruf. Was ist & vor allem wie baut man eine unsichtbare Leine? Von Klein auf. Hunde wollen uns gefallen und freuen sich über eine Bestätigung oder ein Lob. Diese Grundhaltung können wir uns zunutze machen, indem wir bereits unseren Welpen bei jedem Blickkontakt loben. Jeder Blickkontakt den der junge Hund beim Spazieren mit uns aufnimmt wird verbal und ab und zu mit einem Leckerchen belohnt. So lernt der Hund immer ein Auge auf uns zu haben, er weiß ja nie, wann es doch mal ein Leckerchen gibt. Ein Hund der das verstanden hat ist aufmerksamer uns gegenüber und reagiert so auch leichter auf einen Rückruf, da er ja sowieso immer halb bei uns ist.

4. Fein das du bist & Tschüssi!

Wie bereits erwähnt sollte der Rückruf immer positiv verknüpft werden. Oft macht der Mensch den Fehler seinen Hund aus Gründen zurück zu rufen. Entweder weil er ihn anleinen, ins Haus schicken, ein Spiel unterbrechen oder ihn von irgendetwas abhalten will. Bei vielen Hunden kann es dann zu der Fehlverknüpfung komme: “Mein Mensch ruft und gleich ist der Spaß vorbei.” Um dieses zu vermeiden rufen Sie doch Ihren Hund eingach mal aus Spaß zurück und schicken ihn nach einem freundlichen Lob wieder umgehend in seine Ausgangssituation zurück. Der Hund soll so lernen, das mit einem Rückruf nicht jeder Spaß sofort ein Ende findet. Auch hier gilt wieder das Spielautomatenprinzip.

5. Hier heißt auch noch was?

Wie oben besprochen haben die meisten Hunde für den Rückruf ein Wort- und ein Sichtsignal. Der Hund hat dieses verstanden und rennt freundlich wedelnd auf uns zu um sein Leckerli oder Spielzeug als Trainingsbelohnung entgegen zu nehmen. Fertig! Fertig? Für viele Hundehalter ist die Übung hier beendet. Hund ist da. Passt!

Ich persönlich finde es jedoch schön, wenn der Hund neben seiner unmittelbaren Anwesenheit nach dem Signal nicht vor mir herumhüpft sondern brav neben oder vor mir sitzt. Schließlich möchte ich in mindestens 95 Prozent der Fälle etwas von ihm wenn ich ihn zurück rufe. Sitzt er dabei aufmerksam vor mir, kann ich mein Anliegen gleich viel leichter vermitteln. Deswegen heiß bei mir ein freundlich gebrülltes “Hiiiiiiieeeeeeer!” gleichzeitig setzt dich neben mich. Dieses kann gleich am Anfang mit trainiert werden, indem man den Hund nach seinem eintreffen beim Menschen kurz mit dem Leckerli an der Nase herumführt und es dann an gewünschter Sitzposition leicht hoch zieht, dass sich der Hund erwartungsvoll hinsetzt. Dann Leckerchen einfüllen fertig. Wichtig ist, dass hier KEIN extra Sitzsignal erfolgt. Der Hund soll das absitzen automatisch mit dem Rückruf verbinden.

Ablauf: Sichtsignal → verbales Signal → Hund kommt angelaufen → Leckerli vor die NAse halten und Hand zur gewünschten Sitzposition führen → Leckerli höher nehmen → Hund sitzt → Leckerli in den Hund stecken. → Fein!

6. Die echte Handfütterung

Die echte Handfütterung reduziert den Außenfokus unseres Vierbeiners und erhöht im Idealfall die Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkkeit gegenüber der menschlichen Bezugsperson. Der grund dafür liegt wahrlich in der Hand, denn da kommt von nun an für sehr lange Zeit das Futter her. Egal was ihr Hund frisst, ob trocken, Büchse oder Barf: Das Futter wird nur durch Ihre Hand verabreicht. Bei Trockenfutter einfach die nötige Tagesration abwiegen und in Teilen immer mitführen. Bei Barf oder Nassfutter die Tagesration in Futtertuben abfüllen und immer eine Tube mitführen. In der Wohnung, beim Spaziergang beim Spiel wird ab jetzt immer jedes wünschenswerte Verhalten oder jede Aufmerksamkeitsgeste (Blickkontakt) die der Hund uns zukommen lässt, mit ein wenig Futter belohnt. Für den Hund werden wir so in JEDER Situation zum Wichtigsten Auf der Welt und Wille und Empfänglichkeit für den Rückruf erhöhen sich.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *